Lidocain-HCl 0,2% in Glandomed 500

Lidocain-HCl 0,2%
in Glandomed 500

Hinweis: Diese Herstellvorschrift ist von der Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg erstellt und speziell für die Patienten des Universitätsklinikums
entwickelt worden. Sie dient als Hilfestellung für öffentliche Apotheken bei der Herstellung von Rezepturen. Dies entbindet die Apotheke jedoch nicht von den
in der ApBetrO auferlegten Pflichten (z.B. Plausibilitätsprüfung, Dokumentation etc.)

Ausgangsstoffe Menge Hersteller/Lieferant
Lidocain-HCl 2,0 g diverse Hersteller
Dexpanthenol 10,0 g diverse Hersteller
Glycerol 85% 6,0 g diverse Hersteller
Hydroxyethylcellulose 300 4,0 g diverse Hersteller
konserviertes Wasser (NRF S.6) 178,0 g diverse Hersteller
Hinweis: Die Zusammensetzung der Rezeptur ist angelehnt an die NRF-Rezeptur 7.13 –
durch den Zusatz von Hydroxyethylcellulose 300 wird die Lösung jedoch
angedickt, so dass sie länger auf den Schleimhäuten haftet.
Die Herstellung erfolgt in der Klinikapotheke in einem größeren
Defekturmaßstab, der nicht auf kleine Mengen übertragen werden kann. Die
hier beschriebene Herstellmethode ist daher nur ein Vorschlag und muss bei
Bedarf an die Gegebenheiten der Apotheke angepasst werden.

Herstellung
1. Dexpanthenol-Reinsubstanz und Lidocain-HCl werden in ein Becherglas eingewogen.
2. Konserviertes Wasser wird dazu gewogen.
3. Die Substanzen werden – ggf. unter leichtem Erwärmen – im konservierten Wasser gelöst.
4. Glycerol 85% wird zugewogen und homogen verrührt.
5. Hydroxyethylcellulose wird abgewogen und homogen in die Lösung eingearbeitet.

– zur Homogenisierung kann die Lösung im Topitec/Unguator gerührt werden

– nach einer gewissen Quellzeit muss der Rührvorgang evtl. wiederholt werden, um
eventuelle Gelklumpen zu zerteilen
Organoleptische Prüfung:
Es entsteht eine klare, farblose Lösung, die durch den Gelbildner eine viskose Konsistenz aufweist.
Gelklumpen dürfen nicht mehr vorhanden sein.
Haltbarkeit: 6 Monate
Packmittel: Medizinflasche
Hinweis: Lidocain ist nicht verschreibungspflichtig – ist die Lösung dann erstattungsfähig?
Gemäß Arzneimittel-Richtlinie des GBA gibt es in §12, 8 folgende Aussage:
“Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, die zur Behandlung der beim bestimmungsgemäßen
Gebrauch eines zugelassenen, im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung verordnungsfähigen
Arzneimittels auftretenden schädlichen unbeabsichtigten Reaktionen (unerwünschte
Arzneimittelwirkungen; UAW) eingesetzt werden, sind verordnungsfähig, wenn die UAW
schwerwiegend im Sinne des Absatzes 3 sind.”
Es könnte daher argumentiert werden, dass diese Lösung verordnungsfähig bleibt, wenn sie wegen
der schweren Nebenwirkung z.B. einer Chemotherapie eingesetzt werden muss. Diese Einschätzung
muss jedoch mit der jeweiligen Krankenkasse abgeklärt werden.
Quellen:
Die Rezeptur orientiert sich an der NRF-Vorschrift 7.13 – ein Vorschlag zum Andicken ist auch in der NRF-Hinweisdatenbank vorhanden.

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